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Raydium CLMM vs. Standard-AMM-Pools: Ein Vergleich

Dezentrale Finanzen bieten verschiedene Wege zur Liquiditätsbereitstellung, hauptsächlich über Automated Market Maker (AMMs) und Concentrated Liquidity Market Maker (CLMMs). Das Verständnis der grundlegenden Unterschiede dieser Mechanismen

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Aktualisiert: 27.6.2026
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Definition

Im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) sind Liquiditätspools grundlegend, um den Token-Tausch ohne traditionelle Zwischenhändler zu ermöglichen. Diese Pools sind im Wesentlichen Smart Contracts, die Reserven von zwei oder mehr Token halten und Trades auf der Grundlage vordefinierter Algorithmen erleichtern. Zwei primäre Modelle bestimmen, wie diese Pools funktionieren: Automated Market Maker (AMMs) und Concentrated Liquidität Market Maker (CLMMs). Obwohl beide den Zweck der Liquiditätsbereitstellung erfüllen, unterscheiden sich ihre zugrunde liegenden Mechanismen und Auswirkungen für Liquiditätsanbieter (LPs) und Trader erheblich.

Ein Automated Market Maker (AMM) ist ein Protokoll, das mathematische Formeln verwendet, um Vermögenswerte in einem Liquiditätspool zu bepreisen, wodurch Benutzer Kryptowährungen dezentral handeln können. Liquiditätsanbieter hinterlegen Token-Paare in diesen Pools, und der AMM-Algorithmus passt die Preise automatisch basierend auf dem Verhältnis der Token im Pool an.

Ein Concentrated Liquidität Market Maker (CLMM) ist eine fortgeschrittene Form des AMM, die es Liquiditätsanbietern ermöglicht, ihr Kapital innerhalb spezifischer, benutzerdefinierter Preisbereiche zu allozieren. Dieser Mechanismus zielt darauf ab, die Kapitaleffizienz zu verbessern, indem sichergestellt wird, dass die Liquidität hauptsächlich dort aktiv ist, wo der Großteil des Handels stattfindet, anstatt über eine unendliche Preiskurve verteilt zu sein.

Kernaussage

Der zentrale Unterschied liegt in der Kapitalallokation und -effizienz. Standard-AMMs verteilen die Liquidität gleichmäßig über alle möglichen Preispunkte, von Null bis unendlich, was bedeutet, dass ein erheblicher Teil des hinterlegten Kapitals oft ungenutzt oder "inaktiv" bleibt. CLMMs hingegen ermöglichen es Liquiditätsanbietern, ihre Liquidität auf bestimmte Preisbereiche zu konzentrieren. Dies führt zu einer wesentlich höheren Kapitaleffizienz und potenziell höheren Gebühreneinnahmen für LPs, bringt aber auch eine erhöhte Komplexität und das Erfordernis eines aktiveren Managements mit sich. Für Trader resultiert dies in tieferer Liquidität und geringerem Slippage innerhalb der aktiven Preisbereiche.

Mechanik

Die Funktionsweise eines Standard-AMM-Pools basiert typischerweise auf der Konstante-Produkt-Formel (x * y = k), wie sie von Uniswap V2 populär gemacht wurde. Hierbei repräsentieren 'x' und 'y' die Mengen der beiden Token im Pool, und 'k' ist eine Konstante. Jede Transaktion muss sicherstellen, dass das Produkt der Token-Mengen nach dem Swap gleich bleibt. Dies bedeutet, dass die Liquidität über die gesamte Preiskurve von 0 bis unendlich verteilt ist. Wenn ein Trader Token A gegen Token B tauscht, nimmt die Menge von A im Pool zu und die Menge von B ab, wodurch sich das Verhältnis und somit der Preis ändert. LPs, die Liquidität in einem Standard-AMM bereitstellen, tun dies passiv und erhalten einen proportionalen Anteil an den Handelsgebühren, basierend auf ihrem Anteil an der Gesamtliquidität des Pools. Ein wesentlicher Nachteil ist, dass ein Großteil der Liquidität bei Preisen liegt, die selten oder nie erreicht werden, was zu einer ineffizienten Kapitalnutzung führt.

CLMM-Pools, wie sie Raydium auf Solana implementiert hat, revolutionieren dieses Modell. Anstatt die Liquidität über die gesamte Preiskurve zu verteilen, können LPs spezifische Preisbereiche festlegen, in denen ihr Kapital für den Handel aktiv sein soll. Wenn der aktuelle Marktpreis innerhalb dieses definierten Bereichs liegt, ist die Liquidität des LPs aktiv und generiert Handelsgebühren. Bewegt sich der Preis jedoch außerhalb dieses Bereichs, wird die Liquidität des LPs in einen der beiden Token umgewandelt und ist nicht mehr aktiv, wodurch keine Gebühren mehr generiert werden. Dies führt zu einer deutlich höheren Kapitaleffizienz, da das Kapital dort konzentriert wird, wo es am wahrscheinlichsten gehandelt wird. Raydium bietet zudem permissionless CLMM-Pools und Farms an, die es jedem Projektteam oder Benutzer ermöglichen, einen Market ID zu erstellen, Liquidität mit Mining-Emissionen zu bootstrappen und eine benutzerdefinierte Handelsgebührenstufe für jedes Token-Paar auf Solana zu wählen. Dies fördert die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an spezifische Marktbedingungen und Token-Paare.

Trading-Relevanz

Für Trader bieten CLMM-Pools erhebliche Vorteile, insbesondere in Bezug auf die Ausführungsqualität. Da die Liquidität in CLMMs um den aktuellen Marktpreis konzentriert ist, finden Trader in der Regel eine tiefere Liquidität innerhalb dieses Bereichs. Dies führt zu geringerem Slippage bei größeren Handelsvolumina, was bedeutet, dass der tatsächliche Ausführungspreis näher am erwarteten Preis liegt. Im Vergleich dazu können große Trades in Standard-AMM-Pools aufgrund der über die gesamte Kurve verteilten Liquidität zu einem stärkeren Preisausschlag und somit zu höheren Slippage-Kosten führen. Die verbesserte Liquiditätstiefe in CLMMs ermöglicht es Tradern, effizienter und zu besseren Preisen zu handeln, was besonders bei volatilen Märkten oder bei der Ausführung von Arbitrage-Strategien von Vorteil ist.

Für Liquiditätsanbieter (LPs) ist die Trading-Relevanz von CLMMs komplexer, bietet aber auch das Potenzial für höhere Renditen. Durch die Konzentration ihrer Liquidität auf einen bestimmten Preisbereich können LPs deutlich höhere Gebühreneinnahmen erzielen, da ihr Kapital effizienter genutzt wird. Wenn der Preis innerhalb ihres gewählten Bereichs bleibt, generiert ihr Kapital mehr Gebühren pro Einheit als in einem Standard-AMM-Pool, wo ein Großteil der Liquidität inaktive Bereiche abdeckt. Allerdings erfordert dies ein aktives Management. LPs müssen ihre Preisbereiche kontinuierlich überwachen und anpassen, um sicherzustellen, dass ihre Liquidität aktiv bleibt. Wenn der Preis den Bereich verlässt, generiert die Liquidität keine Gebühren mehr und der LP ist vollständig in einem der beiden Vermögenswerte exponiert. Dies erfordert ein tiefes Verständnis der Marktvolatilität und der Preisbewegungen der Token-Paare, um die Bereiche optimal zu wählen und gegebenenfalls neu auszubalancieren. Die Möglichkeit, benutzerdefinierte Handelsgebührenstufen zu wählen, wie auf Raydium, erlaubt es LPs zudem, ihre Strategie an die erwartete Volatilität und das Handelsvolumen des Paares anzupassen, um die Gebühreneinnahmen weiter zu optimieren.

Risiken

Das Risiko des Impermanenten Verlusts (Impermanent Loss, IL) ist sowohl in Standard-AMM- als auch in CLMM-Pools inhärent, manifestiert sich jedoch in CLMMs auf eine spezifischere Weise. Impermanenter Verlust tritt auf, wenn sich der Preis der Token in einem Liquiditätspool im Vergleich zum Zeitpunkt der Einzahlung ändert. In einem Standard-AMM ist dieser Verlust über die gesamte Preiskurve verteilt und kann passiv hingenommen werden, da die Liquidität immer verfügbar bleibt, wenn auch mit potenziell geringeren Gewinnen als beim einfachen Halten der Vermögenswerte. In CLMMs kann der Impermanente Verlust potenziell verstärkt werden, wenn der Preis den vom LP gewählten Bereich verlässt. In diesem Fall wird die gesamte Liquidität des LPs in den Token umgewandelt, dessen Preis sich außerhalb des Bereichs befindet, und generiert keine Gebühren mehr. Der LP ist dann vollständig einem einzelnen Vermögenswert ausgesetzt und muss den Preisrückgang dieses Vermögenswerts vollständig tragen, ohne die Möglichkeit, durch Handelsgebühren zu kompensieren, bis der Preis wieder in den Bereich zurückkehrt oder der LP den Bereich anpasst.

Zusätzlich zum Impermanenten Verlust bringen CLMMs spezifische Risiken mit sich, die ein aktives Management erfordern. Die Opportunitätskosten sind hoch, wenn der Preis den gewählten Liquiditätsbereich verlässt, da das Kapital dann inaktiv ist und keine Gebühren generiert. Dies erfordert von LPs, ihre Positionen regelmäßig zu überwachen und bei Bedarf neu auszubalancieren, d.h. den Liquiditätsbereich anzupassen oder die Token-Mengen zu ändern. Obwohl Solana für seine niedrigen Transaktionsgebühren bekannt ist, können häufige Neuanpassungen dennoch zu kumulativen Kosten führen. Das Risiko, den Markt falsch einzuschätzen und einen zu engen Bereich zu wählen, der schnell verlassen wird, ist ebenfalls präsent. Darüber hinaus sind wie bei allen DeFi-Protokollen Smart-Contract-Risiken zu beachten. Obwohl Raydium-CLMMs Open-Source sind (z.B. raydium-io/raydium-clmm auf GitHub), besteht immer ein Restrisiko für Bugs oder Exploits in den zugrunde liegenden Smart Contracts. Für Standard-AMM-Pools sind die Risiken eher auf die geringere Kapitaleffizienz und die potenziell niedrigeren Gebühreneinnahmen beschränkt, da sie ein passiveres Management ermöglichen und die Liquidität immer über die gesamte Kurve verteilt ist, wodurch das Kapital nie vollständig inaktiv wird, auch wenn es weniger effizient arbeitet.

Geschichte und Beispiele

Die Geschichte der Automated Market Maker begann mit frühen Experimenten, doch die breite Akzeptanz und das Wachstum im DeFi-Sektor wurden maßgeblich durch Uniswap V1 und V2 vorangetrieben. Diese Plattformen etablierten das Konstante-Produkt-AMM-Modell (x * y = k) als Standard für dezentrale Börsen. Uniswap V2, insbesondere, wurde zum Synonym für Liquiditätspools, bei denen LPs einfach zwei Token in einem 50/50-Verhältnis bereitstellten und im Gegenzug einen Anteil an den Handelsgebühren erhielten. Dieses Modell war revolutionär in seiner Einfachheit und Zugänglichkeit, hatte aber den Nachteil, dass ein Großteil der bereitgestellten Liquidität in Preisbereichen lag, die selten gehandelt wurden, was zu einer suboptimalen Kapitalauslastung führte.

Die Evolution hin zu konzentrierter Liquidität wurde mit Uniswap V3 im Jahr 2021 eingeleitet. Uniswap V3 führte das Konzept der Concentrated Liquidity Market Maker (CLMMs) ein, das es LPs ermöglichte, ihre Liquidität in spezifischen Preisbereichen zu bündeln. Dies war ein Paradigmenwechsel, der die Kapitaleffizienz drastisch verbesserte und es LPs ermöglichte, mit weniger Kapital die gleiche Liquiditätstiefe wie in früheren AMM-Versionen zu erreichen oder mit gleichem Kapital deutlich höhere Gebühren zu generieren. Raydium, als führende DEX auf Solana, hat dieses Konzept adaptiert und weiterentwickelt. Mit der Einführung von permissionless CLMM-Pools und Farms ermöglicht Raydium jedem Benutzer oder Projekt, eigene CLMM-Pools zu erstellen, benutzerdefinierte Handelsgebühren festzulegen und Farming-Belohnungen zu steuern, um die Liquidität zu bootstrappen. Ein klassisches Beispiel für die Anwendung von CLMMs sind Stablecoin-Paare wie USDC-USDT. Da diese Token idealerweise einen Wert von 1:1 halten, können LPs sehr enge Preisbereiche (z.B. 0,99 $ bis 1,01 $) wählen, um eine extrem hohe Kapitaleffizienz und Gebührengenerierung zu erzielen. Bei volatileren Paaren wie SOL-USDC müssen LPs breitere Bereiche wählen oder ein aktiveres Management betreiben, um ihre Liquidität im aktiven Bereich zu halten und Impermanenten Verlust zu minimieren. Die Flexibilität von Raydium ermöglicht es, diese Strategien auf der Solana-Blockchain mit ihren hohen Transaktionsgeschwindigkeiten und niedrigen Kosten umzusetzen.

Häufige Missverständnisse

Ein weit verbreitetes Missverständnis bezüglich CLMMs ist, dass sie eine risikofreie Methode für höhere Renditen darstellen. Dies ist nicht zutreffend. Während CLMMs das Potenzial für deutlich höhere Gebühreneinnahmen pro eingesetztem Kapital bieten, geht dies mit einem erhöhten Risiko und Managementaufwand einher. Die Annahme, dass man einfach einen engen Liquiditätsbereich festlegen und dann passiv hohe Renditen erzielen kann, ist gefährlich. Wenn der Preis den gewählten Bereich verlässt, generiert das Kapital keine Gebühren mehr und der LP ist einem einzelnen Vermögenswert ausgesetzt, was zu erheblichen Verlusten führen kann, die den Impermanenten Verlust eines Standard-AMMs übersteigen. CLMMs erfordern ein aktives und informiertes Management, um erfolgreich zu sein, und sind daher nicht für jeden Liquiditätsanbieter geeignet, insbesondere nicht für Anfänger, die eine passive Anlagestrategie suchen.

Ein weiteres häufiges Missverständnis ist, dass CLMMs den Impermanenten Verlust vollständig eliminieren. Obwohl aktives Management dazu beitragen kann, seine Auswirkungen durch die Anpassung der Bereiche zu mindern, bleibt das zugrunde liegende Risiko bestehen. Tatsächlich können schlecht verwaltete CLMM-Positionen den Impermanenten Verlust verschärfen und ihn in einen permanenten Verlust verwandeln, wenn der LP es versäumt, rechtzeitig neu auszubalancieren oder abzuheben. Die Komplexität von CLMMs führt auch dazu, dass einige glauben, sie seien ausschließlich für professionelle Trader oder große Institutionen. Obwohl sie mehr Fachwissen erfordern, macht die permissionless Natur von Plattformen wie Raydium sie für jeden zugänglich, der bereit ist, zu lernen und seine Positionen aktiv zu verwalten. Das Verständnis der Nuancen der Bereichsauswahl, des Rebalancings und der damit verbundenen Gasgebühren (auch wenn sie auf Solana niedrig sind) ist jedoch entscheidend für den Erfolg.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Standard-AMM-Pools als auch Concentrated Liquidity Market Maker (CLMMs) eine entscheidende Rolle in den dezentralen Finanzen spielen, indem sie den Token-Tausch erleichtern und Liquiditätsanbietern Verdienstmöglichkeiten bieten. Standard-AMMs bieten Einfachheit und passive Liquiditätsbereitstellung über einen unendlichen Preisbereich, was sie zugänglich, aber oft kapitaleffizient macht. CLMMs, wie sie Raydium auf Solana implementiert, stellen eine Evolution dar, die es LPs ermöglicht, Liquidität innerhalb spezifischer Preisbereiche zu konzentrieren. Dies steigert die Kapitaleffizienz und die potenziellen Gebühreneinnahmen für LPs erheblich und bietet Tradern tiefere Liquidität und geringeren Slippage. Diese Vorteile gehen jedoch mit erhöhter Komplexität, der Notwendigkeit eines aktiven Managements und verstärkten Risiken einher, insbesondere im Hinblick auf den Impermanenten Verlust, wenn Positionen nicht sorgfältig überwacht und angepasst werden. Die Wahl zwischen AMM und CLMM hängt von der Risikotoleranz, dem Kapital und der Bereitschaft eines LPs ab, seine Positionen aktiv zu verwalten, wobei CLMMs im Allgemeinen diejenigen bevorzugen, die Zeit und Fachwissen investieren können, um ihre Liquiditätsstrategien zu optimieren.

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