Percent Supply in Profit erklärt: Anteil profitabler Coins
Percent Supply in Profit misst den Anteil der im Umlauf befindlichen Kryptowährungen, wie Bitcoin, die sich derzeit im Gewinn befinden. Diese Metrik hilft Tradern, die Marktstimmung und potenziellen Verkaufsdruck zu verstehen, indem sie
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Definition
Percent Supply in Profit (PSP) ist eine On-Chain-Metrik, die den Anteil des zirkulierenden Angebots einer Kryptowährung quantifiziert, der sich derzeit im Gewinn befindet. Dies bedeutet, dass für jede einzelne Coin ihre letzte aufgezeichnete Bewegung auf der Blockchain zu einem Preis erfolgte, der niedriger war als der aktuelle Marktpreis. Umgekehrt, wenn der Preis der letzten Bewegung einer Coin höher war als der aktuelle Marktpreis, gilt sie als im Verlust befindlich. Diese Metrik bietet eine Makro-Ansicht der Gesamtprofitabilität des Marktes und liefert Einblicke in die kollektive Stimmung und potenzielle Verhaltensmuster der Marktteilnehmer.
Percent Supply in Profit: Eine Metrik, die den Prozentsatz des zirkulierenden Angebots einer Kryptowährung misst, für den der aktuelle Marktpreis höher ist als der Preis, zu dem jede einzelne Coin zuletzt auf der Blockchain transferiert wurde.
Diese Definition ist grundlegend für das Verständnis, wie die On-Chain-Analyse den zugrunde liegenden wirtschaftlichen Zustand eines Kryptowährungsnetzwerks aufdecken kann. Sie geht über einfache Preisdiagramme hinaus, um die tatsächliche Kostenbasis des zirkulierenden Angebots zu untersuchen und bietet eine nuanciertere Perspektive auf die Marktdynamik. Durch die Verfolgung der letzten Bewegung jeder Coin können Analysten den ungefähren Anschaffungspreis für einen erheblichen Teil des Angebots ableiten und so die Gesamtprofitabilität der Netzwerk-Teilnehmer einschätzen.
Kernaussage
Der primäre Nutzen von Percent Supply in Profit liegt in seiner Fähigkeit, potenzielle Verschiebungen der Marktstimmung und der Angebotsdynamik zu signalisieren. Wenn ein hoher Prozentsatz des zirkulierenden Angebots im Gewinn ist, deutet dies oft auf eine bullische Marktphase hin, suggeriert aber gleichzeitig ein erhöhtes Potenzial für Gewinnmitnahmen, was zu Verkaufsdruck führen könnte. Umgekehrt, wenn ein geringer Prozentsatz des Angebots im Gewinn ist, deutet dies typischerweise auf eine bärische Phase oder eine Kapitulationsphase hin, in der der Markt einen Boden erreichen könnte, da weniger Teilnehmer bereit sind, mit Verlust zu verkaufen.
Diese Metrik dient als mächtiges Werkzeug, um den psychologischen Zustand des Marktes zu erkennen. Sie hilft, Perioden der Euphorie zu identifizieren, wenn die meisten Halter profitabel sind, und Perioden der Verzweiflung, wenn ein erheblicher Teil Verluste hält. Das Verständnis dieser Phasen ist entscheidend für Trader und Investoren, die Markt-Umkehrungen oder -Fortsetzungen antizipieren möchten, da die kollektive Profitabilität des Angebots oft signifikanten Preisbewegungen vorausgeht. Es ist kein direktes Handelssignal, sondern ein grundlegender Baustein für eine umfassendere Marktstruktur-Analyse.
Mechanik
Die Berechnung von Percent Supply in Profit basiert auf der unveränderlichen und transparenten Natur der Blockchain-Technologie, insbesondere unter Nutzung des Unspent Transaction Output (UTXO)-Modells, das in Kryptowährungen wie Bitcoin vorherrscht. Jedes Mal, wenn eine Coin transaktiert wird, erzeugt sie einen neuen UTXO mit einem Zeitstempel und dem Preis zu diesem Zeitpunkt. Wenn dieser UTXO später ausgegeben wird, zeichnet das System seinen neuen "letzten Bewegungspreis" auf. Die Metrik aggregiert dann alle UTXOs, die sich derzeit im Umlauf befinden und deren letzter Bewegungspreis unter dem aktuellen Marktpreis liegt. Das Ergebnis wird als Prozentsatz des gesamten zirkulierenden Angebots ausgedrückt.
Es ist wichtig zu verstehen, dass der "letzte Bewegungspreis" nicht unbedingt dem ursprünglichen Kaufpreis eines Anlegers entspricht. Eine Coin könnte mehrfach zwischen Wallets desselben Besitzers verschoben worden sein, was den aufgezeichneten "letzten Bewegungspreis" aktualisiert, ohne dass ein tatsächlicher Kauf oder Verkauf stattgefunden hat. Dennoch bietet diese Methode eine robuste Annäherung an die Kostenbasis des Marktes, da sie die Preisniveaus erfasst, zu denen die Coins zuletzt aktiv waren. Die Daten werden von On-Chain-Analyseplattformen wie Glassnode oder CoinMetrics gesammelt und verarbeitet, die die gesamte Blockchain historisch scannen, um diese komplexen Berechnungen in Echtzeit durchzuführen und visuell darzustellen. Diese detaillierte Analyse ermöglicht es, die Verteilung von Gewinnen und Verlusten über das gesamte Netzwerk hinweg zu kartieren und so ein umfassendes Bild der Marktstruktur zu zeichnen.
Trading-Relevanz
Für Trader und Analysten ist Percent Supply in Profit ein wertvoller Indikator zur Beurteilung der Marktstruktur und zur Vorhersage potenzieller Preisbewegungen. Ein hoher PSP-Wert, beispielsweise über 90%, deutet darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit der Halter profitabel ist. In solchen Phasen, die oft während bullischer Marktzyklen auftreten, steigt die Wahrscheinlichkeit von Gewinnmitnahmen. Anleger, die ihre Coins zu deutlich niedrigeren Preisen erworben haben, könnten sich entscheiden, ihre Positionen zu liquidieren, was zu einem erhöhten Verkaufsdruck führen und eine Korrektur oder sogar eine Trendumkehr einleiten kann. Dies ist vergleichbar mit einem überdehnten Gummiband, das jederzeit zurückschnellen kann, sobald der Druck nachlässt.
Umgekehrt signalisiert ein sehr niedriger PSP-Wert, etwa unter 50%, dass ein Großteil des Marktes im Verlust ist. Solche Bedingungen sind typisch für Bärenmärkte oder Kapitulationsphasen, in denen die Verkaufsbereitschaft tendenziell abnimmt, da die meisten Halter bereits erhebliche Verluste erlitten haben und weitere Verkäufe als irrational empfunden werden. Historisch gesehen haben solche Tiefpunkte im PSP oft die Böden von Bärenmärkten markiert, da das Angebot von Verkäufern, die bereit sind, mit Verlust zu handeln, erschöpft ist und sich eine Akkumulationsphase einleiten kann. Trader nutzen diese Erkenntnis, um potenzielle Akkumulationszonen zu identifizieren oder um zu beurteilen, ob ein Abwärtstrend an Stärke verliert. Die Kombination von PSP mit anderen On-Chain-Metriken, wie dem SOPR (Spent Output Profit Ratio) oder dem MVRV-Z Score, kann die Aussagekraft weiter erhöhen und robustere Handelsstrategien ermöglichen, die auf einem tiefen Verständnis der Marktpsychologie basieren.
Risiken
Obwohl Percent Supply in Profit ein aufschlussreiches Werkzeug ist, birgt seine Interpretation bestimmte Risiken und Einschränkungen. Erstens ist PSP kein direkter Kauf- oder Verkaufssignalgeber. Ein hoher PSP-Wert bedeutet nicht zwangsläufig, dass sofortige Gewinnmitnahmen erfolgen werden. Langfristige Halter (Hodler) könnten trotz hoher Gewinne ihre Positionen beibehalten, da sie an das langfristige Potenzial der Anlage glauben. Die Entscheidung zur Gewinnmitnahme hängt von individuellen Anlagestrategien, Risikobereitschaft und makroökonomischen Faktoren ab, die die Metrik nicht direkt abbildet. Es ist eine Momentaufnahme der Profitabilität, nicht der Absicht.
Zweitens berücksichtigt die Metrik nicht die individuelle Kostenbasis jedes Anlegers. Wie bereits erwähnt, wird der "letzte Bewegungspreis" verwendet, der nicht immer dem tatsächlichen Kaufpreis entspricht. Dies kann zu Verzerrungen führen, insbesondere wenn große Mengen an Coins zwischen Wallets desselben Besitzers verschoben werden, ohne dass ein echter Handel stattfindet. Solche Bewegungen können den PSP-Wert beeinflussen, ohne eine tatsächliche Änderung der Marktprofitabilität widerzuspiegeln. Drittens kann der Markt durch große Akteure, sogenannte Wale, beeinflusst werden. Eine Konzentration von Gewinnen in den Händen weniger großer Halter kann zu einer anderen Dynamik führen als eine breite Verteilung der Gewinne unter vielen Kleinanlegern. Wale könnten ihre Gewinne strategisch über längere Zeiträume verteilen, um den Markt nicht zu destabilisieren, während Kleinanleger eher zu panischen Verkäufen neigen. Daher sollte PSP immer im Kontext anderer On-Chain-Daten und der allgemeinen Marktstruktur betrachtet werden, um ein vollständiges Bild zu erhalten und Fehlinterpretationen zu vermeiden.
Geschichte und Beispiele
Die Geschichte von Bitcoin bietet zahlreiche Beispiele, wie Percent Supply in Profit als Indikator für Marktzyklen gedient hat. Während des Bullenmarktes 2017 erreichte der PSP-Wert von Bitcoin wiederholt Niveaus über 95%, was darauf hindeutete, dass fast jeder Bitcoin-Halter im Gewinn war. Diese extrem hohen Werte gingen oft mit Phasen intensiver Euphorie einher und wurden typischerweise von Korrekturen gefolgt, da ein Teil der Anleger Gewinne realisierte. Der Höhepunkt des Bullenmarktes Ende 2017, als Bitcoin sein damaliges Allzeithoch erreichte, zeigte einen PSP-Wert nahe 100%, was den maximalen Punkt der Profitabilität im Netzwerk darstellte, bevor eine signifikante Korrektur einsetzte.
Im Gegensatz dazu fielen die PSP-Werte während der Bärenmärkte 2018 und 2022 auf Tiefststände von unter 50%. Dies bedeutete, dass mehr als die Hälfte des zirkulierenden Bitcoin-Angebots im Verlust war. Solche Perioden sind oft von Kapitulation und geringem Handelsvolumen geprägt, da die meisten Anleger nicht bereit sind, ihre Verluste zu realisieren. Historisch gesehen haben diese Tiefststände im PSP oft die Böden der Bärenmärkte markiert, wie beispielsweise im Dezember 2018 oder im November 2022, als Bitcoin nach langen Abwärtsphasen signifikante Preisböden bildete. Nach diesen Phasen der maximalen Schmerzgrenze begann typischerweise eine Akkumulationsphase, gefolgt von einem neuen Aufwärtstrend, bei dem der PSP-Wert allmählich wieder anstieg. Diese historischen Muster unterstreichen die Relevanz von PSP als zyklischen Indikator, der die kollektive Marktpsychologie über verschiedene Marktphasen hinweg widerspiegelt und wertvolle Einblicke in potenzielle Umkehrpunkte bietet.
Häufige Missverständnisse
Ein häufiges Missverständnis bezüglich Percent Supply in Profit ist die Annahme, dass ein hoher PSP-Wert automatisch zu einem sofortigen und massiven Ausverkauf führen muss. Wie bereits erläutert, ist dies nicht immer der Fall. Langfristige Anleger, die oft als Hodler bezeichnet werden, sind in der Regel weniger preissensibel und halten ihre Assets über lange Zeiträume, unabhängig von kurzfristigen Gewinnen. Ihre Strategie ist auf das Erreichen langfristiger Ziele ausgerichtet, was bedeutet, dass ein hoher PSP-Wert zwar das Potenzial für Gewinnmitnahmen erhöht, aber nicht deren Garantie darstellt. Die tatsächliche Realisierung von Gewinnen hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich der Marktliquidität, der allgemeinen makroökonomischen Lage und der individuellen Überzeugung der Anleger in das Asset.
Ein weiteres Missverständnis ist die Verwechslung des "letzten Bewegungspreises" mit dem persönlichen Kaufpreis jedes Anlegers. Die Metrik verfolgt lediglich die letzte On-Chain-Transaktion einer Coin, nicht den ursprünglichen Erwerb durch einen spezifischen Investor. Eine Coin, die vor Jahren gekauft und seitdem nicht bewegt wurde, würde ihren ursprünglichen Kaufpreis als "letzten Bewegungspreis" beibehalten. Eine Coin, die jedoch mehrfach zwischen verschiedenen Wallets desselben Besitzers transferiert wurde, würde ihren "letzten Bewegungspreis" jedes Mal aktualisieren. Dies kann die Interpretation erschweren, da interne Wallet-Transfers die Metrik beeinflussen können, ohne dass eine tatsächliche Änderung der Marktprofitabilität oder der Verkaufsabsicht stattgefunden hat. Es ist daher entscheidend, PSP als einen aggregierten Indikator für die Marktstruktur zu verstehen und nicht als eine präzise Darstellung der individuellen Profitabilität jedes einzelnen Marktteilnehmers. Die Metrik bietet einen wertvollen Überblick über die kollektive Stimmung, sollte aber nicht isoliert betrachtet oder als alleiniges Entscheidungskriterium verwendet werden.
Zusammenfassung
Percent Supply in Profit ist eine unverzichtbare On-Chain-Metrik, die tiefe Einblicke in die Marktstruktur und die kollektive Psychologie von Kryptowährungsinvestoren bietet. Durch die Messung des Anteils des zirkulierenden Angebots, der sich im Gewinn befindet, ermöglicht sie es Analysten und Tradern, potenzielle Phasen von Euphorie, Kapitulation und Akkumulation zu identifizieren. Ein hoher PSP-Wert signalisiert oft eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Gewinnmitnahmen und damit verbundenem Verkaufsdruck, während ein niedriger Wert auf Markt-Böden und eine nachlassende Verkaufsbereitschaft hindeuten kann.
Obwohl PSP ein mächtiges Werkzeug ist, muss es im Kontext anderer On-Chain-Indikatoren und der breiteren Marktbedingungen interpretiert werden. Es ist kein isoliertes Handelssignal, sondern ein wichtiger Bestandteil eines umfassenden Analyse-Toolkits, das hilft, die zugrunde liegenden Dynamiken des Kryptomarktes besser zu verstehen. Durch die sorgfältige Anwendung und das Verständnis seiner Mechanik können Marktteilnehmer fundiertere Entscheidungen treffen und ihre Strategien an die sich entwickelnde Marktprofitabilität anpassen, ohne sich auf bloße Spekulationen zu verlassen.
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