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Basis Trading: Ein umfassender Leitfaden

Basis-Trading ist eine marktneutrale Strategie, die von der Preisdifferenz zwischen dem Kassapreis eines Vermögenswerts und seinem Terminkurs profitiert. Es ist eine Schlüsselstrategie für professionelle Händler, um Marktinneffizienzen zu nutzen.

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Michael Steinbach
Biturai Intelligence
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Updated: 2/9/2026

Definition

Basis-Trading ist eine clevere Methode, um Geld zu verdienen, indem man vorübergehende Preisunterschiede im Kryptomarkt ausnutzt. Stellen Sie sich vor, Sie sehen den Preis von Bitcoin an zwei verschiedenen Orten: an einem Ort, an dem Sie es sofort kaufen können (der Kassamarkt) und an einem anderen Ort, an dem Sie sich bereit erklären, es zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen (der Terminmarkt). Manchmal ist der Preis an diesen beiden Orten nicht genau gleich. Basis-Trading zielt darauf ab, diese kleinen Unterschiede auszunutzen, um einen Gewinn zu erzielen.

Basis-Trading: Eine Arbitrage-Strategie, die die Differenz zwischen dem Kassapreis eines Vermögenswerts und seinem Terminkurs ausnutzt.

Key Takeaway

Basis-Trading ist eine marktneutrale Strategie, die von der Preisdifferenz zwischen dem Kassapreis eines Vermögenswerts und seinem Terminkurs profitiert, und wird oft von professionellen Händlern verwendet, um Marktinneffizienzen zu nutzen.

Mechanik

Der Kern des Basis-Tradings dreht sich um die Basis, die die Differenz zwischen dem Kassapreis eines Vermögenswerts und seinem Terminkurs ist. Diese Differenz kann positiv, negativ oder sogar null sein. Hier ist eine Aufschlüsselung, wie es funktioniert:

  1. Kassamarkt vs. Terminmarkt: Der Kassamarkt ermöglicht den sofortigen Kauf und Verkauf von Vermögenswerten, während der Terminmarkt Verträge zum Kauf oder Verkauf eines Vermögenswerts zu einem vorher festgelegten Preis und Datum in der Zukunft beinhaltet. Terminkontrakte haben ein Ablaufdatum. Perpetual Futures sind eine spezielle Art von Terminkontrakten, die nicht ablaufen, sondern einen Funding-Satz verwenden, um ihren Preis am Kassapreis auszurichten.

  2. Contango und Backwardation: Wenn der Terminkurs höher ist als der Kassapreis, wird dies als Contango bezeichnet. Dies ist üblich und spiegelt die Kosten für das Halten des Vermögenswerts wider (z. B. Lagerung, Zinsen). Wenn der Terminkurs niedriger ist als der Kassapreis, wird dies als Backwardation bezeichnet. Dies deutet oft auf eine starke Nachfrage nach dem Vermögenswert auf dem Kassamarkt oder Erwartungen eines Preisrückgangs hin.

  3. Die Basis: Die Basis wird wie folgt berechnet: Terminkurs - Kassapreis. Eine positive Basis deutet auf Contango hin, und eine negative Basis deutet auf Backwardation hin.

  4. Der Basis-Trade (Cash-and-Carry): Ein typischer Basis-Trade beinhaltet den Kauf des Vermögenswerts auf dem Kassamarkt und gleichzeitig den Verkauf eines Terminkontrakts für denselben Vermögenswert. Dies wird oft als Cash-and-Carry-Strategie bezeichnet. Der Händler profitiert, wenn sich der Terminkurs dem Kassapreis nähert, wenn der Kontrakt seinem Ablaufdatum entgegengeht.

  5. Perpetual Futures und Finanzierungssätze: Perpetual Futures laufen nicht ab, daher verwenden sie einen Finanzierungssatz-Mechanismus. Dieser Satz wird entweder von Long- oder Short-Positionen gezahlt, je nachdem, ob der Perpetual Futures-Preis über oder unter dem Kassapreis gehandelt wird. Wenn der Perpetual Futures-Preis höher ist als der Kassapreis, zahlen Longs an Shorts, was den Perpetual Futures-Preis senken soll. Wenn der Perpetual Futures-Preis niedriger ist als der Kassapreis, zahlen Shorts an Longs, was den Perpetual Futures-Preis erhöhen soll. Basis-Trader shorten oft Perpetual Futures, wenn der Finanzierungssatz positiv ist (Contango), und long, wenn der Finanzierungssatz negativ ist (Backwardation).

  6. Beispiel: Stellen Sie sich vor, Bitcoin wird auf dem Kassamarkt zu 60.000 US-Dollar gehandelt. Ein Bitcoin-Terminkontrakt mit einer Laufzeit von einem Monat wird zu 61.000 US-Dollar gehandelt. Ein Basis-Trader würde Bitcoin auf dem Kassamarkt kaufen und den Terminkontrakt verkaufen. Wenn sich am Ende des Monats beide Preise annähern (z. B. auf 60.500 US-Dollar), profitiert der Trader von der Differenz zwischen dem anfänglichen Terminkurs (61.000 US-Dollar) und dem Endpreis (60.500 US-Dollar), abzüglich der geringen Kosten für das Halten des Spot-Bitcoin. Sie sind auch den Preisänderungen auf dem Kassamarkt ausgesetzt.

Trading Relevanz

Basis-Trading bietet mehrere Gewinnmöglichkeiten:

  • Arbitrage: Das Hauptziel ist es, Preisdiskrepanzen auszunutzen. Händler wollen niedrig kaufen und hoch verkaufen und so einen Gewinn erzielen, unabhängig von der Gesamtmarktentwicklung.
  • Marktneutralität: Basis-Trades sind marktneutral konzipiert. Der Händler ist abgesichert, sodass der Gewinn nicht davon abhängt, ob der Preis des zugrunde liegenden Vermögenswerts steigt oder fällt. Der Fokus liegt auf der Konvergenz der Basis.
  • Hedging: Große institutionelle Händler nutzen Basis-Trading, um ihre Exposition gegenüber den Preisschwankungen auf dem Kassamarkt abzusichern. Beispielsweise könnte ein Miner Terminkontrakte verkaufen, um einen Preis für seine abgebauten Bitcoins festzulegen und sich so vor einem Preisverfall zu schützen.
  • Funding-Rate-Arbitrage: Bei Perpetual Futures suchen Händler nach Möglichkeiten, vom Finanzierungssatz zu profitieren. Hohe positive Finanzierungssätze können auf Contango hindeuten, was es rentabel macht, Perpetual Futures zu shorten. Negative Finanzierungssätze können auf Backwardation hindeuten, und Longs können von Long-Positionen profitieren.

Risiken

Basis-Trading ist nicht ohne Risiken. Hier sind einige wichtige Überlegungen:

  • Konvergenzrisiko: Das Hauptrisiko besteht darin, dass sich der Terminkurs nicht dem Kassapreis annähert. Dies könnte auf Marktmanipulation, unerwartete Ereignisse oder einfach auf mangelnde Liquidität zurückzuführen sein.
  • Liquiditätsrisiko: Sowohl Kassamärkte als auch Terminmärkte müssen über eine ausreichende Liquidität verfügen, um die Trades auszuführen. Geringe Liquidität kann zu Slippage (Handel zu ungünstigen Preisen) führen und es erschweren, Positionen schnell einzugehen oder zu verlassen.
  • Margin-Anforderungen: Der Handel mit Futures beinhaltet Margin. Händler müssen eine ausreichende Margin aufrechterhalten, um potenzielle Verluste zu decken. Eine plötzliche nachteilige Preisbewegung kann zu einem Margin Call führen, der den Händler zwingt, seine Position mit Verlust zu schließen.
  • Finanzierungssatzrisiko (Perpetual Futures): Bei Perpetual Futures kann sich der Finanzierungssatz ändern, was die Kosten für das Halten einer Position erhöht. Während der Finanzierungssatz dazu dient, den Preis der Perpetual Futures nahe am Kassapreis zu halten, kann er Volatilität einführen.
  • Kontrahentenrisiko: Das Risiko, dass die Börse oder die an dem Futures-Handel beteiligte Gegenpartei ausfällt. Dies ist bei seriösen, regulierten Börsen weniger ein Problem, aber immer noch ein Faktor.

Geschichte/Beispiele

Basis-Trading gibt es schon so lange, wie es Terminmärkte gibt. Hier sind einige Beispiele und historischer Kontext:

  • Frühe Rohstoffmärkte: Basis-Trading war auf den Rohstoffmärkten üblich, lange bevor Kryptowährungen aufkamen. Beispielsweise würden Händler die Basis zwischen dem Kassapreis von Weizen und Weizen-Terminkontrakten ausnutzen.
  • Bitcoin im Jahr 2017: Während des Bitcoin-Bullenlaufs im Jahr 2017 wurde die Basis auf Bitcoin-Terminkontrakten außergewöhnlich breit, wobei Futures mit einem erheblichen Aufpreis gegenüber dem Kassapreis gehandelt wurden. Dies schuf lukrative Möglichkeiten für Basis-Trader, verdeutlichte aber auch die Risiken schneller Marktbewegungen.
  • DeFi und Basis-Trading: Der Aufstieg von Decentralized Finance (DeFi) hat neue Wege für das Basis-Trading eröffnet. DeFi-Plattformen bieten Futures-Trading an, oft mit höherem Hebel und potenziell breiteren Basis-Spreads. Dies hat anspruchsvolle Händler angezogen.
  • Institutionelle Akzeptanz: Mit der Reife des Kryptomarktes nutzen institutionelle Anleger zunehmend Basis-Trading, um sich dem Kryptomarkt auszusetzen, ohne ein erhebliches Richtungsrisiko einzugehen. Dies hat zu einem erhöhten Handelsvolumen und ausgefeilteren Strategien geführt.
  • Der FTX-Zusammenbruch und Basis-Trading: Der Zusammenbruch von FTX unterstrich die Bedeutung des Risikomanagements der Gegenpartei. Händler mit Positionen auf FTX erlitten erhebliche Verluste. Dieses Ereignis unterstrich die Wichtigkeit der Nutzung seriöser Börsen und der Diversifizierung von Handelsstrategien.

Basis-Trading ist eine ausgeklügelte Strategie, die ein tiefes Verständnis der Marktdynamik, des Risikomanagements und der Mechanik von Terminkontrakten erfordert. Es ist ein wichtiges Werkzeug für professionelle Händler, die von Marktinneffizienzen profitieren und das Risiko in der dynamischen Welt der Kryptowährungen managen möchten.

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Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die Inhalte stellen keine Finanzberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Kryptowährungen dar. Biturai übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Informationen. Investitionsentscheidungen sollten stets auf Basis eigener Recherche und unter Berücksichtigung der persönlichen finanziellen Situation getroffen werden.